Die Chaosforschung ist eine sehr spekulative, aber zugleich hochinteressante Wissenschaft. Ein wichtiger Aspket hiervon ist der Schmetterlingseffekt
, der auch in zahlreichen Filmen aufgearbeitet wird...
Der Schmetterlingseffekt (engl. Butterfly Effect
) ist einfach ausgedrückt die Theorie, dass jede Entscheidung größere Dimensionen erreicht, als nur lokale temporäre Effekte auszulösen. Der erste Wissenschaftler der diesen Effekt beschrieb (Edward N. Lorenz) den Effekt mit folgendem Satz:
Kann ein Flügelschlag eines Schmetterlings in Brasilien einen Tornado in Mexiko auslösen?
Fälschlicherweise wird dieses Zitat in zahlreichen Zusammenhängen entfremdet. Dieser Effekt ist dabei der Chaosforschung entlehnt. Verallgemeinert könnte man auch sagen: Kann eine veränderte Anfangsbedingung den Verlauf und die zwischenzeitlichen Auswirkungen radikal verändern? Hierbei handelt es sich nicht um eine gesicherte Erkenntnis. Der Gegenpol zum Schmetterlingseffekt wäre der Glaube an eine Form von Schicksal. Hierbei wird angenommen, dass es trotz veränderter Anfangsbedingungen bzw. Entscheidungen nur eine einzig mögliche Endsituation geben kann; also egal was man tut, am Ende dasselbe Resultat steht.
Ein gutes Beispiel um den Schmetterlingseffekt zu veranschaulichen ist folgendes:
Angenommen die Mutter von George Bush hätte Bush Senior nicht kennengelernt, wäre George W. Bush nie geboren worden. Wäre er nie geboren worden, gäbe es zwei Kriege weniger. Dadurch wären zahlreiche Menschen nicht gestorben. 2020 wäre eines der nicht durch die Kriege gestorbenen Kinder in Bagdad studieren gegangen und hätte durch seine enorme Intelligenz das perpetuum Mobile kreiert.
Beim Schmetterlingseffekt wäre jetzt zu diesem Szenario eine weitere Chaosentwicklung vorstellbar:
Das Kind wäre zwar geboren worden und hätte eigentlich durch sein Studium das Perpetuum mobile erfinden können, wird jedoch auf den Straßen Bagdads durch Anhänger einer rivalisierenden Religionsgemeinschaft niedergestreckt.
Natürlich sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Basierend auf der Theorie, dass kein Schicksal sondern nur Chaos existieren kann, wäre jede einzelne entscheidung von George Bushs Mutter, George Bush, dem irakischen Kind, den Gangs und jedem anderen Weltbürger, Wettereffekt, kosmischer einwirkung etc. in der Lage, den Handlungsverlauf entscheidend zu manipulieren.
Durch die Vielzahl an Möglichkeiten, die man ab einem gewissen Zeitpunkt Z
bemerken wird, sind unendlich viele Abläufe möglich. Dadurch wird letztendlich eine Widerlegung des Schicksals und ein Beweis des Butterfly Effect unmöglich.
Ginge man jetzt davon aus, dass Schicksal existiert, müsste bei veränderten Anfangsbedingungen zu irgendeinen Zeitpunkt auf dem Zeitstrahl zwischen Anfang und temporärem Ende eine Reaktion der übergeordneten Macht (Schicksal
) auf die veränderten Anfangsbedingungen erfolgen - damit der Handlungsverlauf wieder in Richtung des vorgesehenen temporären Endes verbogen wird.
Irrwitzigerweise wäre eine Zeitmaschine die einzige Möglichkeit, Schicksal oder Schmetterlingseffekt zu beweisen. Zugleich wäre sie die einzigste Möglichkeit, nachdem man die Resultate veränderter Anfangsbedingungen gesehen hat, die Anfangsbedingungen wieder so zu manipulieren, dass für den Handelnden persönlich das beste temporäre Endergebnis erzielt wird.
Wir haben nun betrachtet, wie komplex die Thematik ist. Aber das ist gar nicht das eigentliche Thema. Denn der Effekt wurde in zahlreichen, größtenteils sehr guten Filmen behandelt. Und im nächsten Teil dieser Reihe werde ich den ersten dieser Filme empfehlen.
Schlagworte: Butterfly Effect • Chaos • Chaosforschung • Schicksal • Schmetterlingseffekt • Zeit