Eine Musikkritik zum Album Moving Pictures
der Progressive-Rock-Band Rush
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Rush ist eine kanadische Progressive-Rock-Band, die aus den drei Musikern Geddy Lee (Bass, Synthie, Gesang), Alex Lifeson (Gitarre) und Neil Peart (Schlagzeug) zusammengesetzt ist und 1968 gegründet worden ist.
Die Lieder sind durch häufigen Taktwechsel und Gitarrensoli geprägt, sowie der vor allem auf früheren Alben sehr grellen und kreischenden Stimme von Geddy Lee. Die Songtexte sind oftmals philosophisch gehalten, praktisch alle werden von Peart geschrieben. Rush ist eine auffallende Live-Band, die stets nur zu dritt spielt. So kommt es nicht selten vor, dass Lee Singt und gleichzeitig alle Hände voll zu damit zu tun hat, den Synthesizer und seinen Bass in einem Song zu spielen. Die besten Alben der Band entstanden nach Ansicht vieler in den Jahren 1978 bis 1981. Mir Permanent Waves, Hemispheres und Moving Pictures prägte sie die Progressiv-Szene massgeblich.
Die Platte Moving Pictures, aus dem Jahr 1997, eröffnet mit dem bis heute wohl berühmtesten Song Tom Sawyer. Kurz nach dem schweren Start in den Song, durchflutet auch schon das erste rhythmisch sehr anspruchsvolle Solo die Gehörgänge: Wechsel von 13/16-Takt in einen 7/8 und wieder zurück, das ganze mit Punktierten und Triolen verfeinert. Die Stimme des einzigen Vokalisten der 3-Mann-Band liefert wie üblich fast kreischende Song-Phrasen die die Fans und Kritiker in Uneinigkeit derer Professionalität lassen. Im Songtext wird von einem modernen Tom Sawyer gesprochen, wobei man dazu natürlich die Geschichte The Adventures Of Tom Sawyer kennen sollte.
Das nächste Stück ist mit gute sechs Minuten relativ lange und heisst Red Barchetta.. Es handelt von einem Jungen, der mit dem roten Auto vom Typ Barchtta seines Onkels eine Spritztour unternimmt. Bis auf einen kleinen Interlude von ¾ und 4/4 Takten gibt’s musikalisch nichts mehr, das sonderlich herausstechen könnte.
Der Titel des nächsten Stückes ist auf den ersten Blick sehr sonderbar: YYZ. Auf den zweiten schon weniger. Dieses Stück wird von vielen Kritikern als bestes Instrumental-Stück aller Zeiten angesehen. Wem also die Stimme von Geddy Lee nicht gefällt, kann sich dieses Stück ruhig mal zu Gemüte führen … Der Titel des Songs rührt vom IATA-Code von Toronto, der ebenfalls die Buchstaben YYZ trägt. Das Intro ist derart unverwechselbar, weil es schlicht die Morsefolge der Buchstaben ist: Y (- . - -), Y (- . - -), Z (- - . .) Dieser Sound in ein unförmiges 5/4-Raster gezwängt ergeben einen phänomenalen Startschuss in ein Lied, bei dem alle Instrumente, Gitarre, Bass und Schlagzeug gleichermassen zum Zug kommen. Die prächtig platzieren Fill-ins von Geddy’s des öftern sogar verzerrten Basses, das orientalisch klingende Gitarren Solo Lifeson’s und das rhythmisch perfekte Solo Peart’s lassen das Herzen eines jeden Progressive-Rock-Fans, und manch’ anderem höher schlagen.
Fast sieben Minuten später beginnt Limelight, das wohl auf diesem Album am meisten kritisierte Werk. Es beinhaltet ruhige, sowie rockigere Parts, wovon auch wieder einer einem Gitarren-Solo gilt bei dem Alex Lifeson in einem Interview angab, dass es sein Lieblingssolo sei.
Tthe Camera Eye ist eines der längsten Stücke von Rush und dauert beinahe elf Minuten. Es ist geprägt von einem sehr langen Fade-in, respektive Intro und beinhaltet auch sonst viel Instrumentales. Bei etwa 8:52min ist ein kleines Easter-Egg eingebaut, wo man zwei NewYorker miteinander einige Worte austauschen hört, was auch in den Kontext der Lyrics passt.
Witch Hunt ist der dritte Teil der Tetralogie namens Fear, welche sich über mehrer Alben hinwegstreckt. Das Stimmengewirr am Anfang ist übrigens in Wirklichkeit Lärm, den sie während den Aufnahmen ausserhalb des Studios beim Trinken aufnahmen. Der letzte Songs der Platte, Vital Signs, wurde durch einen eigenen ein wenig reggae-artigen Stil beeinflusst. Es enthält musikalisch keine grossen Höhepunkte.
Mir gefällt das Album bis aufs I-Tüpfelchen. Beim Headbang kommt man doch immer wieder ins Schwitzen, weil man sich den schwierigen Rhythmen anpassen muss, die rockigen Sounds bleiben als Ohrenwurm zurück. Wenn man sich mal an die Vocals gewöhnt hat, erscheinen einem die ganzen Gesangsparts auch nicht wirklich „nervend“. Die Lyrics sind durch und durch spannend zum mitverfolgen und jeder Song ist eine Abwechslung zum nächsten. Eines der besten Alben von Rush, einer meiner Lieblingsbands.
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