Ein erster Rückblick auf das neue Album der Punk-Rock-Band Green Day, die mit ihrem Album „American Idiot“ vor fünf Jahren einen riesigen Erfolg gelandet hatten. Wie würde die neue Platte mit dem Druck der Popularität fertig werden?
Die Band Green Day wurde 1987 als The Sweet Children gegründet und gleich zwei Jahre später zum heute noch aktuellen Namen umbenannt. Die Punkrocker waren lange Zeit ganz gewöhnliche
professionelle Musiker, die alle Jahre wieder ein Album rausbrachten … bis 2004, als das die ominöse Platte „American Idiot“ erschien und die dreiköpfige Band, damals bestehend aus Billie Joe Armstrong, Tré Cool und Mike Dirnt, zum internationalen Durchbruch verhalf. Dementsprechend lag ein grosser Druck auf der Band, ein ebenbürtiges, wenn nicht noch besseres Album rauszubringen, als den Geniestreich des Vorgegangenen.
Um die drei Jahre dauerte die Aufnahme von Breakdown
. Die most ambitious LP
, wie The Sun berichtete. Sie nannten es entmutigend
und schienen auch gar nicht fit zu sein … sie gründeten sogar eine zweite Band, quasi als Jux um von den Arbeiten von Breakdown Abstand gewinnen, andere Gedanken zu kommen.
Ich verabrede mich mit einem Freund, ebenfalls Green Day Fan, zwei Tage nach dem Release von 21st Century Breakdown, im exlibris, um ein kollektives Kaufvergnügen zu veranstalten. Nach einem Spottpreis von 20CHF schweben wir im siebten Himmel, sind aber auch sehr neugierig, was uns die Band diesmal zu bieten hat. Wir warten auf eine fette, powerchord-geprägte CD mit viel Verzerrung und eine politischen Nachricht, ganz im Stil von American Idiot. Zu Hause angelangt wird gleich der Player angeschmissen. Ein komischer Song, gerademal eine Minute lang, eröffnet das so perfide Album. Aber dann geht es mit dem ersten Akt los: Unverzerrte Gitarre, es wird Spannung aufgebaut, immer lauter, Schlagzeug kommt vom Hintergrund, mit grossem Tamtam, ja ich muss sogar das Volumen verringern, bricht Billie und singt vom 4. Juli, sehr implizit und den Bastarden von 1969. Nächster Song repräsentiert gleich die erste Single-Auskopplung genannt Know your Enemy
mit einem breiten Schlagzeug und einem coolen Offbeat. Mein Kollege und ich sind uns einig: Das ist ohne Zweifel Green Day. Man hört, wie man es sich gewohnt ist. Es ist super. Es ist absolut genial, mit jedem weiteren Song.
Hörtipps: Viva La Gloria; Peacemaker
Eine Meisterleistung, ein Werk der Mozarte des Punkrock. Man merkt den grossen ja gigantischen Aufwand, den die Jungs da reingesteckt haben. Der Teufel steckt im Detail: Hier ein Yeah
, da ein Backgroundchor, da ein Piano (was übrigens zum ersten Mal bei der Band vorkam) … und so weiter; einfach perfekt. Es enthält viel Wahrheit verpackt in einen rockigen Sound, der jedem gefallen wird. Einen Vergleich mit American Idiot ist gar nichtmal so einfach … oder vielleicht doch, nur will ich es fast nicht glauben, dass ich das neue Album noch besser finde. Es ist komplexer und breiter, vielleicht mal einen Akkord mehr, als nur die Powerchords, vielleicht mal ein Klavier im Hintergrund, vielleicht ist es einfach besser. Ich danke Green Day viele Male für diese LP, die einen ganz speziellen Platz in meinem Regal und, ein wenig emotional gesprochen, in meinem Herzen, gefunden.
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