Eigentlich dachte ich ja, dass sowas nur alten Leuten passieren könne, aber in letzter Zeit passiert es auch mir: Ich schlafe ein, während den Nachrichten – was eigentlich ein wenig schade ist, denn, wenn ich mich nicht verrechnet habe, müssten wir uns doch gerade mitten in der heißen Phase des Bundestagswahlkampfes befinden. Und da ist sicher eine Menge los.
Also heißt es heute: Wach bleiben - bis der spannende Teil kommt:
Der Aufmacher ist – mal wieder – das „mysteriöse Geisterschiff“, das jetzt zur allgemeinen Verwunderung genau dort aufgetaucht ist, wo man es schon seit ein paar Tagen vermutet hat. Es hat sich zwar irgendwie ein wenig verfahren, aber die Besatzung ist anscheinend wohl auf – trotz zweier Piratenüberfälle hat es keine Toten, ja nicht einmal Verletzte gegeben – was jetzt ein wenig blöd für die Medien ist, weil man damit ja nun wirklich keine Topstory machen kann.
Also heißt es nun zwangsläufig doch zum politischen Teil übergehen; ganz vorsichtig aber nur, selbstverständlich. Da fängt man am besten mit etwas an, was zwar nach Politik aussieht, aber eigentlich überhaupt nichts damit zu tun hat: Ulla Schmidt. Neueste Recherchen
haben nämlich ergeben, dass die Bundesgesundheitsministerin bereits dreimal mit ihrem Dienstwagen in Spanien war, dieser dabei aber nur einmal gestohlen wurde!
Aus den Reihen von Union und FDP werden auch schon die ersten Forderungen nach – Überraschung – Rücktritt ... naja, laut
kann man das eigentlich nicht nennen, aber, wenn die großen Tiere außer Haus sind, hört man eben selbst die Läuse reden. Und diese fordern nun, wie gesagt, vehement den Rücktritt von Ulla Schmidt aus dem Schattenkabinett des angeblichen Kanzlerkandidaten Frank-Walter Steinmeier. Sie soll also von einem Posten zurücktreten, der nur aus Schatten besteht und genauso verantwortungsvoll ist, wie es sein Name erahnen lässt, nämlich gar nicht – faszinierend! *gähn*
Jetzt aber wird es richtig politisch: Die neuesten Umfrageergebnisse sind eingetroffen und – da liegt die Horst-Schlämmer-Partei
bei 18% (was zwar so gar nicht stimmt – aber man will den Zuschauer ja nicht mit unnötig genauen Detailinformation belasten). Die Umfrageergebnisse der SPD verschweigt man dagegen lieber – vermutlich aus Pietät.
Daraufhin lässt man noch kurz Horst Seehofer zu Wort kommen, der sich entschieden dagegen verwahrt, dass man Politik durch Planung ersetzt, oder so ähnlich, und dann – vermutlich der politischen Ausgeglichenheit wegen – noch Peer Steinbrück, der – für mich völlig überraschend – erklärt, dass die ganzen schönen Steuersenkungsversprechen von Union und FDP gar nicht bezahlbar seien, worauf man, um den Zuschauer nicht allzu sehr mit neuen Dingen zu verwirren, schnell wieder auf etwas Bekanntes umschwenkt:
Die Wirtschaftskrise, die laut den angeblich neuesten Zahlen aus irgendwo so gut wie überstanden sei, wozu ein – laut eigener Aussage – renommiertes Wirtschaftsforschungsinstitut bemerkt, dass uns, ganz im Gegenteil, das Schlimmste eigentlich erst noch bevorstehe, woraufhin ein offenbar weltweit gesuchter anerkannter Wirtschaftsexperte feststellt, dass man momentan im Grunde überhaupt nichts mit Sicherheit sagen könne, außer dass er es ja schon immer gewusst hat...
…und dann ist es doch passiert: Ich bin eingeschlafen – und hatte einen völlig irren Traum:
Es ist Bundestagswahl und die OECD schickt Wahlbeobachter nach Deutschland. Diese ersparen sich jedoch das Beobachten indem sie einfach mal in Karlsruhe nachfragen, wie das denn so sei mit dem Ablauf der Wahlen.
Unmittelbar darauf schickt die UN Blauhelme nach Deutschland, die sofort nach ihrem Eintreffen das alte Regime entfernen und kommissarisch Horst Schlämmer zum Bundeskanzler ernennt, weil neueste Umfragen ergeben haben, dass sich eine Mehrheit der Deutschen vorstellen könnte, dass 50% der Deutschen bei einer repräsentativen Umfrage unter 10 Deutschen aussagen würden, dass sie sich vorstellen könnten irgendwann einmal irgendwo Horst Schlämmer zu wählen…