In der heutigen Zeit werden die Menschen von der Wirtschaft oftmals schamlos ausgenutzt. Wir werden von den Mächtigen zu braven Konsumenten herangezüchtet, die zudem auch noch von der Werbeindustrie gesteuert werden. Die Frage ist, wie die wirklichen Bedürfnisse der Menschen aussehen. Braucht man wirklich die neueste Rolex oder ein Ed Hardy T-Shirt um glücklich zu sein?
Ground Zero - Alle fangen nochmal bei Null an.
Mit diesen Worten beschreibt Tyler Durden in 'Fight Club' das Ziel von seinem Plan, genannt Projekt Chaos, der das Vorhaben verfolgt, alle Zentralen der Kreditkartenunternehmen in die Luft zu sprengen und so das Finanzwesen zu kollabieren lassen.
Arbeitgeber, Vermieter, Banken und das Finanzamt.
- in diesen Vieren sah Tom Voltz, Verfasser des Artikels "Moderne Sklavenhaltung" (DIE ZEIT vom 29. Dezember 1991) die Sklavenhalter der heutigen Gesellschaft. Desweiteren fordert Voltz ein radikales Umdenken in der Wirtschaft, welches sich an den wirklichen Bedürfnissen der Menschen orientiert.
Doch wobei handelt es sich bei diesen Bedürfnissen? Im schwäbischen Volksmund ist oft von Schaffa, Schaffa, Häusle baue - ond net noch d Mädle schaue!
. Sind das die Bedürfnisse des Menschen: Haus, Auto, zwei Wochen in den Urlaub in den Sommerferien? Das ist sicherlich alles schön und gut, doch nicht erforderlich, um ein erfülltes und glückliches Leben zu führen. Die Werbeindustrie bombardiert einen täglich mit Statussymbolen und falschen Vorbildern, die jeder unbedingt haben muss.
Das löst folglich Minderwertigkeitskomplexe aus, wenn es für das eigene Haus eben nicht reicht und man für ein Ed Hardy Shirt nicht das nötige Kleingeld übrig hat. Die Werbung und die Wirtschaft hat mit uns also eine Mehrklassengesellschaft gezüchtet, die eigentlich schon als überwunden geglaubt war. So wurde der Bürger zum braven Konsumenten gemacht, der nun verzweifelt und mit viel Fleiß versucht, seiner Klasse zu entrinnen, indem er viele schöne Dinge kauft und sein hart erarbeitetes Geld ohne große Umschweige den Global Players der Wirtschaft in die Taschen steckt - nur um die falsche Gewissheit zu haben, er sei durch seine neue Rolex etwas besseres als sein Kollege.
Freiheit wird heutzutage auf die Suche nach einem Logenplatz in der Wirtschaft reduziert - nicht in der Gesellschaft - es ist wie schon damals bei den Höhlenmenschen - der mit der größten Keule, bzw. heute der mit dem meisten Geld, regiert. Leider ist das nicht sehr demokratisch.
Welche Rolle sollte die Wirtschaft im Leben der Menschen spielen? Was sind die wahren Bedürfnisse der Menschen? Das sind Fragen, über die sich jeder mal ein paar Gedanken machen sollte. Vielleicht mag der ein oder andere zu dem Ergebnis kommen, dass es nicht unbedingt immer die Schokolade von Milka sein muss ...die billige bei Lidl tuts doch auch, oder dass man jetzt nicht gleich zum nächsten Autohaus rennen muss und sich einen Renault Kangoo kaufen muss, nur weil sich die Simpsons in der Werbung auch einen zulegen. Der Mensch kann auch so glücklich sein.
Wie wäre es wohl, wenn es - wie im Film - ein Projekt Chaos geben würde ... wenn alle nochmal bei Null anfangen würden? Sei es nun der einfache Angestellte oder der Manager aus der obersten Etage ...
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