Der stark umstrittene Zukunftsklassiker A Clockwork Orange
basierend auf dem gleichnamigen Roman von Anthony Burgess wirbelte viel Staub auf. Eine Kritik an einem provokanten Meisterwerk von Standley Kubrick.
Alex, der Anführer seiner Jungendgang, den sogenannten Droogs
, lebt in einem zukünftigen London. In ihrer Freizeit dreht sich alles um Sex und Gewalt. Oft verprügeln sie aus Spass wehrlose Zivilisten. Mit der Zeit aber bauen sich Spannungen in der Gruppe auf, woraufhin Alex durch einen Hinterhalt der anderen ins Gefängnis kommt.
In der Haft hört er von einer Kur, die es ermöglicht, aus einem Verbrecher einen anständigen Bürger zu machen. Also schmeichelt er sich beim Gefängnispastor ein und erreicht somit sein Ziel, erstes Versuchskaninchen bei der sogenannten Ludovico-Methode, zur Reintegration und „Säuberung“ vom eingefleischten Verbrecher, zu sein. Er wird einer Therapie unterzogen, die es ihm später unmöglich macht, gegen jemanden Gewalt anzuwenden.
Durch ein geschicktes Einfädeln Kubricks, gelangt dann die Story wieder in die Ausgangssituation, worauf sich dann die Geschichte erneut in einem völlig neuen Raster abspielt.
Obwohl der Film viele Auszeichnungen und Nominierungen bekommen hat, war er sehr umstritten. Die Ästhetisierung der Gewalt kommt in diesem Film wie in fast keinem anderen zum Zuge. „Glorifizierung von Gewalt“, heisst es. In vielen Staaten erhielt A Clockwork Orange einen FSK18 oder wurde später in Grossbritannien von Kubrick selbst sogar beschlagnahmt. In der katholischen Kirche hat den Film sogar quasi exkommuniziert
, sodass ihn keiner derer Anhänger konsumieren darf.
Wie es zu dem etwas sonderbaren Titel des Filmes kam, zeigt dieses Zitat:
1945, als ich von der Army kam, hörte ich einen achtzigjährigen Cockney in einem Londoner Pub von jemandem sagen, er sei schräg wie eine aufgezogene Orange‘ (as queer as a clockwork orange). Der Ausdruck faszinierte mich als eine Äußerung volkstümlicher Surrealistik. Die Gelegenheit, die Redensart auch als Titel zu benutzen, kam 1961, als ich mich daran machte, einen Roman mit dem Thema der Gehirnwäsche zu schreiben. Der Mensch ist ein Mikrokosmos, er ist ein Gewächs, organisch wie eine Frucht, er hat Farbe, Zerbrechlichkeit und Süße. Ihn zu manipulieren, zu konditionieren, bedeutet ihn in ein mechanisches Objekt zu verwandeln – eine Uhrwerk-Orange.
(Anthony Burgess, Uhrwerk Orange, Heyne Buch Nr.928, Deutsche Erstveröffentlichung, 1972)
Standley Kubrick ist einer der bedeutendsten Regisseure aller Zeiten. Bekannt wurde er als Perfektionist und durch seine Symbolik in seinen Filmen, die er immer zur impliziten Botschaftsübermittlung gebrauchte. Des Weiteren lässt sich von Kubrick berichten, dass er seine Akteure immer bis an die Grenzen trieb. Als gutes Beispiel dient sein Film „Shining“, für den er sogar eine leisen Leckerbissen, die im Grunde nichts mit dem Film zu tun haben, jedoch als Wundertüte von kleinen Überraschungen dienen. Und zum Schluss möchte ich noch anmerken, dass praktisch das ganze Debakel immer mit klassischer Musik untermalt ist, mir als I-Tüpfelchen auch gleich noch gefällt.
Schlagworte: Anthony Burgess • Clockwork Orange • Film • Gewalt • Malcolm McDowell • Stanley Kubrick • Uhrwerk Orange